|
Fläche: 71.669,5 Hektar Länge: 85 km Durchschnittliche Breite: 10 km Höchster Gipfel: Botev – 2.376 m ü. M. Die Wälder bedecken 44.000,8 Hektar Der niedrigste Punkt: ca. 500 m (nicht weit von Karlovo) Die Zone ohne Wälder umfasst eine Fläche von 27.668,7 Hektar 70 % der Ökosysteme sind natürlich; es gibt 9 Reservate mit einer Gesamtfläche von 20.019 Hektar.
Der Nationalpark „Zentralbalkan“ liegt im Herzen Bulgariens, in den zentralen und höchsten Teilen des Stara-Planina-Gebirges. Hier werden ursprüngliche Verbreitungsgebiete von seltenen und bedrohten Tier- und Pflanzenarten und -gesellschaften, sich selbst regulierende Ökosysteme, die eine außergewöhnliche Artenvielfalt besitzen, historische Denkmäler von Weltbedeutung für die Wissenschaft und die Kultur erhalten.
Der größere Teil vom Territorium des Parks ist mit mehrere Jahrhunderte alten Buchenwäldern, aber auch mit Fichte, Tanne, Hainbuche und Steineiche bedeckt. Die im Park festgestellten höheren Pflanzenarten stellen mehr als die Hälfte der Flora in Bulgarien dar. 10 Arten und 2 Unterarten davon kann man nur im „Zentralbalkan“ und nirgendwo anders in der Welt finden. 166 Arten sind Heilpflanzen, 12 davon sind vom Gesetz geschützt. Zum wilden Reichtum gehören auch 229 Moosarten, 256 Pilzarten – über 12 % von den im Land festgestellten Arten, 208 Algenarten. Diesen Teil vom Stara-Planina-Gebirge bewohnen 70 % der Wirbellosen und 62 % der Wirbeltiere in Bulgarien. Die Vogelwelt wird von 224 Arten repräsentiert - eine Vielfalt, die den Park als einen ornithologisch wichtigen Platz im Weltmaßstab kennzeichnet. Über 130 Arten von höheren Pflanzen und Tieren, die man im „Zentralbalkan“ treffen kann, wurden in das „Rote Buch“ Bulgariens und der Welt eingetragen.
Im Nationalpark „Zentralbalkan“ gibt es 49 Typen von Habitaten nach der CORINE-Klassifikation. 24 davon haben große Konservationsbedeutung und stehen in der Liste der bedrohten Habitate, die nach der Rechtlinie über die bedrohten Habitate der EG spezielle Erhaltungsmaßnahmen verlangen.
Der Park umfasst auch weite Bergkammwiesen, eine Reihe von Gipfeln mit rauhem Klima, 20 von denen in einer Höhe von über 2000 m liegen, Felsenwände, Schluchten, Höhlen, tiefe Täler und hohe Wasserfälle.
Der Nationalpark „Zentralbalkan“ wird von Touristen, Naturfreunden und Naturforschern gleichermaßen bevorzugt besucht und untersucht.
Der Nationalpark „Zentralbalkan“ wurde gegründet, um die einzigartige Natur des mittleren Stara-Planina-Gebirges zu schützen, zu pflegen und zu hegen und die mit ihm verbundenen Traditionen der Einheimischen zu erhalten und damit ihren Lebensunterhalt durch ihn zu sichern. Der Staat und die Gesellschaft garantieren die Erhaltung dieses Reichtums durch die Festschreibung dieser Region zum Nationalpark im Jahre 1991 und durch die Gründung einer Verwaltungsstruktur – der Direktion, die ein regionales Organ des Ministeriums für Umwelt und Gewässer ist. Für die Erhaltung der wilden Natur arbeitet die Direktion gemeinsam mit örtlichen Verwaltungsstrukturen, Freiwilligen und Naturfreunden.
Der „Zentralbalkan” ist eines der kostbarsten und größten geschützten Territorien in Europa – zweite Kategorie nach dem Internationalen Naturschutzverband (IUCN) . Der Park und 8 von den Reservaten darin stehen in der Liste der repräsentativ geschützten Territorien der UNO, 4 davon sind Teil des Weltnetzwerks von Biosphärereservaten nach dem UNESCO-Programm „Mensch und Biosphäre”. Im Jahre 2002 hat die Parkdirektion vorgeschlagen, dass der Nationalpark „Zentralbalkan ein Teil vom europäischen Netz PAN-Parks wird. Die Einordnung des Parks in dieses Netz wird ein Beweis dafür sein, dass seine Verwaltung die Erhaltung der Natur garantiert und die Besucher beruhigt sein können, dass ihr Aufenthalt die normalen Naturprozesse nicht stört.
Grenzen des Nationalparks „Zentralbalkan“
Die östliche Grenze des Parks geht über die östlichen und nordöstlichen Hänge des Massivs Triglav, folgt dem Flussverlauf der Gabrowniza, nördlich vom Dorf Skobelevo. Die westliche Grenze verläuft auf der Linie vom Fluss Mihalja – Gipfel Mihalja – Sattel Kossischki prewal – Gipfel Kossiza bis in die Gegend Bobtscha. Die nördliche und die südliche Grenze sind stark zerteilt und gefaltet und haben Plätze mit ganz unterschiedlicher Höhe – von 500 m ü. M. bei Karlovo und Karnare bis 1.525 m beim Trojaner Pass. Vom Norden folgt die Grenze der Linie über den Gipfel Goljam Klimasch – Trojaner Pass – Russaliipass – Gegend Korita. Vom Süden verläuft sie auf den Horizontalen des Nieder- und des Mittelgebirgsgürtels, indem sie hier und da fast an die Ortsgrenzen kommt – Tasha und Karlovo und im Westen verläuft die Grenze ungefähr 3 km nördlich von Karnare, Rosino, Klissura und Anton.
Zum Park gehören Teile von 5 Verwaltungsbezirken – Lovetsch, Gabrovo, Stara Sagora, Plovdiv und Sofia. Seine Fläche liegt in den Grenzen von 8 Gemeinden – Teteven, Trojan, Aprilzi, Sevlievo, Pavel banja, Karlovo, Anton und Pirdop und in den Gemeindegebieten von 31 Ortschaften.
Basiskarte des Nationalparks „Zentralbalkan“
|